In sechs Etappen von Basel nach Solothurn: Gemeinsam mit Hund Giacomo auf der Klostertour als Teil der ViaSurprise unterwegs.
Etappe 1: Von Klöstern, Kirschblüten und Katastrophen – Wanderung am Fluss
Von Barbara Saladin:
Raus aus der Stadt und rein ins Abenteuer: So liesse sich die erste Etappe der Klostertour bis Dornach beschreiben. Zuerst bedeutet das: dem Grünstreifen entlang vom Basler Bahnhof zum St. Alban Tal. Das «Dalbeloch» am Ende des historischen Gewerbekanals «Dalbedyych» besticht durch alte Fachwerkhäuser, ein Mühlrad, das längste Stück bestehende Stadtmauer von Basel und seinen unvergleichlichen Charme. Hier entstand übrigens das erste Kloster Basels, dessen Mönche sich vor 850 Jahren an den Bau jenes Kanals machten, der für das Wachstum der Stadt einst entscheidend war. Der «Dalbedyych» führt wie eine grüne Ader durch die Quartiere Breite und Lehenmatt. Wir folgen ihm, treffen auf Enten, Graureiher und im Schwarzpark auf Damhirsche, bevor wir beim Joggeli zur Birs wechseln, die von nun an der rote Faden – oder das türkisblaue Band – unserer Etappe ist.
Beim Park im Grünen lohnt sich übrigens ein Abstecher zum Seismosaurus, mit seinen 45 Metern garantiert das grösste Tier am Wegrand. Zum Glück ist er aus Kunststoff. (Wer ohne Hund unterwegs ist, dem sei auch der Besuch der Merian Gärten mit seinen Pro-Specie-Rara-Tieren empfohlen, was für uns aufgrund des Hundeverbots in den Gärten leider nicht in Frage kommt.)
Den Weg nach Dornach zu finden, ist nicht schwer. Alles, was man muss, ist, der Birs flussaufwärts zu folgen. Hinter dem Park im Grünen geht’s über die 100-jährige Holzbrücke, am Birswuhr vorbei und ein Stück der Autobahn entlang, bevor man bei der Eisenbahnbrücke wieder das Ufer wechselt. Es ist der neue Nachbau jener Brücke von Gustave Eiffel, deren Einsturz bei Hochwasser einst für das grösste Eisenbahnunglück in der Geschichte der Schweiz verantwortlich war. Im Jahr 1891 starben hier 73 Menschen.
Heute zeigt der Fluss sich friedlich, an seinen Ufern spriessen die zartgrünen Blätter, wilde Kirschbäume blühen, Vögel singen aus voller Kehle und Eichhörnchen turnen durch die Äste. An mehreren Stellen bietet sich die Gelegenheit, zur renaturierten Birs hinunter zu steigen, was gerade für Hunde super ist, die gerne im Wasser plantschen.
Weiter südlich brauchts dann eine Alternative: Auf der Reinacher Seite des national bedeutenden Naturschutzgebiets Reinacher Heide, durch das der Wanderweg führt, herrscht nämlich Hundeverbot, und wir müssen mit der Arlesheimer Seite Vorlieb nehmen.
Die Etappe lohnt sich trotzdem und ist gerade als Einstieg für eine herausfordernde Wanderung ideal: gute Wege, wenig Gefälle. Am Ende geht’s noch zu einer weiteren historischen Katastrophen-Brücke, der wunderschönen Nepomuk-Brücke in Dornach, die 1813 einstürzte und über 50 Menschen in den Tod riss. Wie durch ein Wunder wurde damals die Figur der Brückenheiligen verschont, sodass man ihn heute noch besuchen kann, bevor’s zum Kloster Dornach geht. Dort leben heute zwar keine Mönche mehr, aber die klösterliche Gastfreundschaft ist erhalten geblieben, und im üppigen, blühenden Klostergarten lässt sich die Wanderung gut ausklingen.