Ruine Witwald
Die Gründung der Burg Witwald, ein Sitz der Herren von Eptingen, wird im 13. Jahrhundert vermutet. Schriftlich erwähnt wird die Burg aber erst 1398. Die aus Ober- und Unterburg bestehende Anlage weist mehrere Umbauten auf und brannte mehrfach ab. Im Erdbeben von Basel im Jahre 1356 soll sie zerstört worden sein. Nach ihrem Verkauf 1487 an die Stadt Basel zerfiel die Burg rasch.
Geschichte der Burg
Die Burg Witwald, eine Gründung wohl des 13. Jahrhunderts, war der letzte Sitz der Herren von Eptingen in der Region. Bereits von Beginn an dürfte der nordöstlich gelegene Hof Witwald als Rodungsgut zur Burg gehört haben. Im Erdbeben von Basel im Jahre 1356 sollen gemäss zeitgenössischen Chroniken zwei Burgen bei Eptingen zerstört worden sein, wozu auch Witwald gehört haben muss. Wahrscheinlich zeugen archäologisch nachgewiesene Brandspuren am Mauerwerk sowie Um- und Wiederaufbauten von dieser Katastrophe. 1487 verkaufte eine Erbengemeinschaft der Herren von Eptingen die Burg mit den Grundherrschaften Eptingen und Oberdiegten an die Stadt Basel.
Die Anlage
Witwald war eine eher kleine Burg. In der Oberburg stand ein dominierender Hauptturm, von dem nur noch geringe Spuren übrig sind. Er war Symbol der Macht und schützte die Anlage auf alle Seiten hin. Auf der südlich gelegenen Felsterrasse erstreckte sich die Unterburg mit dem dreigeschossigen Palas als Wohnsitz der Burgherrschaft. Im Hof lag eine Wasserzisterne mit rundem Schöpfschacht. Der viereckige Bau vor dem Zugang war vermutlich ein Torturm. – Auch wenn sie an einer markanten Stelle steht: Die defensive Lage der Burg ist nicht die Beste, vielleicht weil bei ihrer Gründung die Kuppen in der Umgebung bereits durch die anderen Burgen besetzt waren.
Die Restaurierungen 1909 und 2018
Die Burgruine Witwald ist heute im Besitz der Bürgergemeinde Eptingen. Eine 2017 gegründete > Stiftung hat den Zweck, den ehemaligen Sitz der Herren von Eptingen als geschichtlich bedeutendes Bauwerk und kulturelles Wahrzeichen der Gemeinde zu erhalten und der Bevölkerung zu vermitteln. Da die 1909 erstmals restaurierten Mauerzüge in den vergangenen Jahren wieder zu verfallen drohten, hat die Stiftung 2018 die sichtbaren Mauerreste der Burgruine sanieren lassen. Die Kosten in der Höhe von 300 000 Franken trugen die Gemeinde Eptingen, der Kanton und die Eidgenossenschaft.
Die Burgen rund um Eptingen
Nicht weniger als fünf Burgruinen finden sich hier in der Arena des Belchenmassivs im Umkreis von etwas mehr als einem Kilometer. Nebst der Burg Witwald, auch ‹Jüngeres Wild-Eptingen› genannt, finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft aber noch vier weitere Burgen, die den Herren von Eptingen zugeschrieben werden: Die ‹Ältere Wild-Eptingen› und die > Grottenburg ‹Riedfluh› in Eptingen sowie ‹Ruch-Eptingen› auf dem Ränggen in Diegten, die gar aus zwei Anlagen bestand. Warum die Herren von Eptingen so viele Herrschaftssitze benötigten und warum fast alle Brandkatastrophen anheimfielen, müssen zukünftige Forschungen beantworten.
Die Herren von Eptingen
Die Herren von Eptingen tauchen erst nach 1200 in den Schriftquellen auf. Sie standen in der Gefolgschaft des Bischofs von Basel. Die vielen Burgen um Eptingen und altes Familiengut um Giebenach, Olsberg und Maisprach sowie im breisgauischen Minseln und Lörrach lassen vermuten, dass sie mehr als einfache Dienstleute waren. Besitz und Burgen besass die Familie zudem in Pratteln und Sissach und bis in den Sundgau. Womöglich profitierten die Eptinger vom Untergang der Grafen von Rheinfelden im Investiturstreit. Fortan pflegten sie enge Beziehungen zum Bischof sowie zur Stadt, wo sie im 16. Jahrhundert Ratsmitglieder und gar den Bürgermeister stellten.
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